Als jemand, der sein halbes Leben in Werkstätten und zwischen restaurierten Kotflügeln verbracht hat, sehe ich viel zu oft Fahrzeuge mit perfekt lackierten Außenflächen — und dennoch verfaulen die tragenden Teile von innen heraus. Bei Tunern ist das Problem besonders brisant: leichte Karosserieänderungen, geänderte Fahrwerksteile und oft unsauber abgedichtete Durchführungen eröffnen Korrosion Tür und Tor. In diesem Artikel teile ich leicht zugängliche Maßnahmen, die wirklich helfen, ein Tuner-Chassis vor Innenkorrosion zu retten — praktisch, budgetbewusst und umsetzbar in der heimischen Garage.
Warum Innenkorrosion so heimtückisch ist
Innenkorrosion beginnt dort, wo man sie am wenigsten erwartet: in Hohlräumen, Fahrwerksaufnahmen, Verstärkungsblechen und hinter Anbauteilen. Wasser, Salz und Ablagerungen sammeln sich, und ohne ausreichend Belüftung bleibt Feuchtigkeit lange erhalten. Besonders bei getunten Fahrzeugen werden häufig Löcher für Verstärkungsstreben, Halterungen oder Kabeldurchführungen gebohrt — oft ohne anschließende Versiegelung. Das ist wie eine Einladung für Rost.
Grundregeln bevor du etwas machst
Mechanische Vorbereitung: was wirklich nötig ist
Bevor man Schutzmittel aufträgt, sollte man losen Rost mechanisch entfernen. Für zugängliche Bereiche reicht eine Drahtbürste oder ein Drahtaufsatz für die Bohrmaschine. Bei Hohlräumen hilft ein Schleifvlies am flexiblen Stab. Achtung: Keine aggressive Bearbeitung in dünnen Blechbereichen, sonst schwächst du die Struktur.
Bewährte, leicht zugängliche Rostschutzmittel
Es gibt drei Produktgruppen, die sich besonders bewährt haben: Wachsbasierte Hohlraumkonservierer, bitumenbasierte Steinschlagschutzmittel und aktive Rostumwandler/Primer. Ich setze meist eine Kombination ein, denn jede Gruppe hat ihre Stärken.
Praxisanleitung: Schritt-für-Schritt
So gehe ich vor, wenn ich ein Tuner-Chassis konserviere. Du brauchst: Druckluft, Pinsel, Spritzpistole bzw. Sprühdose, flexible Hohlraumspritze (z. B. 1-Liter Spritzflasche mit flexiblem Rohr), Schutzbrille und Handschuhe.
Tipps speziell für getunte Stellen
Bohrungen, Schweißnähte und bearbeitete Kanten sind Risikobereiche. Hier meine erprobten Maßnahmen:
Praktische Produkte und Vergleichstabelle
| Produkt | Typ | Vorteile | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Fluid Film | Wachs-/Öl-Konservierer | Gute Penetration, rückfettend, langfristig | Hohlräume, schwer zugängliche Stellen |
| Hammerite Underbody | Bitumen-/Gummibeschichtung | Schutz vor Steinschlag, schalldämmend | Radläufe, Unterboden |
| Würth Rostumwandler | Rostkonverter | Schnellwirkend, grundierbar | Flächen mit leichter Rostbildung |
| Owatrol | Korrosionsschutzöl/Primer | Haftet auf Rost, gute Penetration | Vor Behandlungen mit Wachs oder Lack |
Wartung und Langzeitpflege
Einmal konservieren reicht nicht für die Ewigkeit. Ich empfehle, Hohlräume alle 2–4 Jahre zu kontrollieren und bei Bedarf nachzuwachsen. Sichtkontrollen nach Winterfahrten sind Pflicht: Salz fördert Korrosion schneller als man denkt. Und: Bei Umbauten sofort nachbearbeiten — jede neue Bohrung ist ein Risiko.
Spezieller Rat für Einsteiger
Wenn du gerade erst startest: Kauf dir eine Hohlraumspritze und eine Sprühdose Fluid Film oder Owatrol. Übe an einem Altblechstück, um ein Gefühl für die Dosierung zu bekommen. Vermeide Billig-Kits ohne flexible Verlängerung — sie kommen selten in jede Ecke.
Wenn du Fragen zu einem speziellen Modell oder einem Umbau hast, sag mir welche Stelle dir Sorgen macht — ich helfe gern mit konkreten Tipps zur Ausführung oder Produktempfehlungen für dein Fahrzeug.